Last entry of the year. Unstillbare Sehnsucht nach Überschaubarkeit, Klarheit, Ordnung, Ruhe. Am liebsten jetzt SOFORT! Gleichzeitig, allgegenwärtig und wachsend aber auch der Druck etwas Ändern zu müssen und das ebenfalls jetzt SOFORT. Was sitze ich HIER herum, ...in einem Haus, in das ich nicht gehöre, in einer Stadt, die ich verachte...wo ich doch eigentlich umgehend tätig werden müsste, um die Weichen für eine lebenswertere Zukunft zu stellen und eine Verbesserung zu erwirken.
Für einen Sekundenbruchteil wird mir schwarz vor Augen wird..... die Ohren "fallen zu", obwohl ich weiss, dass sie nicht wie Augen über Lider verfügen, nehme ich die Umgebung kurz wahr, wie unter Wasser...Schwindelanflug im Sitzen. synkopische Ohnmacht?....
Ich kenne dieses Gefühl. Veränderungsnot gepaart mit Lähmung. Wo anfangen, wo aufhören, wohin gehen? Was heute, was morgen, was die Woche drauf? Wen noch sehen, wen sprechen, wem schreiben, was noch beantworten, eintüten, erledigen, vorbereiten bevor ...? Ist noch genug Brot da? Ist das die letzte Scheibe? In welcher Stärke soll ich es schneiden? Einpacken, auspacken. Das Papier ist ungeeignet. Anderes habe ich nicht. Wann geht die "Schule/Uni/Arbeit" wieder los? So früh? So spät? Wann sind Ferien? Endlich Urlaub. Grüße aus der Sonne. Fick dich ins Knie!
Die nasskalte Stadt gespickt mit Lichterketten. Warm und kaltweiss epileptisch zuckend...liegt da wie ein Obdachloser, der seinen letzten Sprit am Vorabend restlos vernichtet hat, in der Hoffnung nicht nochmal aufzuwachen und sich erneut um Nachschub bemühen zu müssen.
Rituale und Routinen für Halt und Sicherheit. In diesem Sinne kommt der Zellhaufen mit den besten Absichten langsam zu sich und beginnt sich zu rühren ...auf ein neues _
