1.KAUEN
Eine weitere Woche ist vergangen. Eine Woche: Unterwegs."On the road"- VER-REIST sein...verr-EIST sein...ein seltsames Wort, während ich darauf herumkaue verändert es seinen Geschmack, wie ein Stück Brot. Die Zähne zerkleinern es, während der Speichel es befeuchtet und mit Enzymen versetzt
2. SPEICHEL
Menschen in Erwartungshaltung wie Pawlowsche Hunde erfragen
Und..Was ist geplant im U(h)r-laub? Was steht an in der FREI-zeit? Blablaba. Fliegen, starren, fressen sensationshungrig stürzen sie sich auf die Wortklumpen, die man Ihnen offeriert. Nicken schütteln, kommentieren: Schön! aber teuer, oder? (nicht) zu heiß, zu fettig, zu voll - ergänzen sie weiter reflexhaft. Ihrer Erfahrung nach, könne man da ja nicht mehr... (abgespeicherter Enttäuschungen der eigenen kümmerlichen Existenz und Gähn-Standard-Imagination). Sie würden jetzt...
3. SCHLUCKEN
Bereits nicht hungrig beim Einverleiben der Erlebniskonserven, appetitlos aber unter Druck gesetzt..."jetzt ist Essenszeit" also: Hopp, hopp! Runter damit, mache ich mit und nehme ich aus Höflichkeit ein Blatt vor den Mund.
Sie schlingen, schwärmen "Erlebniswiederholung" - da weiß man was man hat - keine bösen Überraschungen (auch keine guten), das Personal zuvorkommend, immer gleiche Liege am Pool -reserviert, gleicher Einfallswinkel der Sonne, Temperatur - geht ja heute alles smart, einstellbar, angenehm, Einheitsbrei.
absehbar in ihren Reaktionen
Erlebniswiederholung, Erinnerungsfälschung, Déjà-Vu , Deja Vecus?- wollte ich das überhaupt schreiben?Unbewusstes Antizipieren.
Orte, Personen, Dinge, Abschlüsse, Stationen, Vorhaben, Tatsachen, Abbildungen...Handfestes...Zutaten, von denen man annimmt, sie seien entscheidend für das perfekte Erlebnis - irrelevant.
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Das Schönste an diesem Sommer: Lebendig fühlen im "Unverfügbaren"
am frühen Morgen im weichen, türkisfarbene Wasser des VA-Bades zu treiben. Schwimmbrille und Badekappe perfekt sitzend so, dass sich die 50m Bahn kraulen lässt, als räkele man sich im Bett. Beim Luftholen unter der Armbeuge nur die glitzernde Wasseroberfläche und den Sonnenstrahl, der sich am Rand der blau getönten Schwimmbrille bricht.
Der Morgen an dem dicke Nebelschwaden auf der Wasseroberfläche stehen...theatralischer Rauch wie von einer Nebelmaschine - kein Endgerät kein Foto, um dieses Spektakel festzuhalten.
Den Deich entlangzugehen, immer geradeaus und dabei niemandem ausweichen zu müssen. Dabei zuzusehen wie A(k)I von hohen Grashalmen, Tautropfen leckt und grast... schließlich in einer entgegenkommenden Person die beste Freundin zu erkennen.
Auf einer Brücke zu stehen und bis zur Nächsten sehen zu können. Die Minuten unaufgeregt verstreichen zu lassen wie Atemzüge und plötzlich in der Bewegung eines dunklen Punktes am Horizont, den Vater zu erkennen, in der rechten Hand etwas schlackerndes - den Leinenbeutel, den er seit 20 Jahren mit sich fürht.